Fünf nach zwölf
Rede von Eva Herman am 16. Mai 2009 in Frankfurt

Frau Herman Spricht vor der Wahlveranstaltung am 16. Mai 2009 im Hotel Exelsio, Frankfurt. Foto: AUF-ParteiIn Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt.
George Orwell

Meine Damen und Herren, vielen Dank für die Einladung. Die Europawahl steht kurz bevor, und es ist wichtig und richtig, dass durch Veranstaltungen wie diese den Menschen in unserem Land verdeutlicht wird, was ein vereinigtes Europa für Europäer, für die Deutschen bedeutet. Wer und was ist Europa? Viele Menschen haben leider nur diffuse Vorstellungen davon.

Das Europa und wir.

Heißt Europa Zusammenhalt - von 27 Ländern? Wer entwirft diesen Zusammenhalt?
Wer bestimmt und wacht darüber?
Wessen Interessen dieser 27 Staaten werden hier angehört und umgesetzt?
Heißt Europa Gerechtigkeit - für alle gleichermaßen?
Heißt Europa Gleichstellung oder Gleichmacherei aller Staaten?
Gleichberechtigung? Ist das überhaupt möglich bei der Vielfalt der Kulturen und Traditionen?
Wer lenkt Europa?
Und welcher Geist bestimmt unser Europa?

Ich bin der Ansicht, dass wir viel zu selten über jene wichtigen Fragen nachdenken und sprechen, die für unser künftiges Schicksal jedoch entscheidend sein werden. Ich wünschte mir viel mehr Aufklärung in der Öffentlichkeit und durch Politik und Medien. Kennen Sie alle die Kandidaten, die Ihr Land vertreten? Ich bin der Ansicht, dass ein starkes Europa starkes leisten könnte. Stark ist eine Vereinigung vor allem dann, wenn die Interessen aller Beteiligten gleichermaßen gewahrt und umgesetzt werden können. Wenn die Unterschiedlichkeit der Menschen, ihrer Kulturen und ihrer einzelnen, speziellen Traditionen berücksichtigt werden. Wenn die Menschen also in jedem Land so bleiben dürfen, wie sie sind, - wie ihre Kultur sie geprägt hat.

Das ist eine große Herausforderung, - und keine leichte Aufgabe. Man kann sich ihrer allerdings nur annehmen, wenn man es auch ernst meint, - ernst mit dem Wohl eines jeden einzelnen Menschen, mit den Familien, mit den Frauen, den Männern, und vor allem auch mit den Kindern und ihrer Zukunft in Europa. Jeder einzelne, der an Europa mitbaut, muss ich dieser ungeheuren Verantwortung bewusst sein. Das ist kein Pappenstiel..! Das ist kein Job wie jeder andere, mit dem man so viel Geld wie möglich verdient. Jeder Politiker, der von uns, dem Volk, gewählt wird und der an der Europäischen Union mitgestalten darf, der muss es wirklich und wahrhaftig ernst meinen mit uns, anderenfalls wird es auf ihn zurückkommen, eines Tages.

Meine Damen und Herren, ich bin keine Europagegnerin. Ich bin vielmehr der Überzeugung, dass es sinnvoll ist, sich in der Gemeinschaft zu unterstützen und zu stärken. Doch frage ich mich oft, ob die Sache wirklich gut gehen kann, wenn sie so weiterläuft wie bisher- nicht alleine politisch.
Ich spreche von etwas viel Wichtigerem, dem Wichtigsten überhaupt: Ich spreche von dem Kapitän, der dieses riesige, europäische Schiff lenken, und manövrieren muss, - weil es anders ja gar nicht geht: Ich spreche von unserem Schöpfer, der uns allen, jedem Einzelnen, das Leben schenkte, der uns seine Schöpfung in ihrer ganzen Schönheit, und Pracht in die Obhut gab, der uns in großer, allumfassender Liebe gewähren ließ, hunderttausende, Millionen Jahre. Ich spreche von GOTT, den man aus der Europäischen Verfassung gestrichen hat! Unser Schöpfer und Vater, er senkte in uns die Liebe, das Licht und die Fähigkeit, die Wahrheit, also IHN, zu erkennen. Er vertraute uns, und er vertraute uns seine Erde an.

Und wir? Was taten wir? Wie gingen wir mit diesem Geschenk um, - und mit unserem Leben, und dem Leben des Nächsten? Wie achteten wir bisher einander? Und wie dienten wir unserem Schöpfer?

Wie sieht unsere Erde denn heute aus? Verwüstet, ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Durch globalisierte Machtkomplexe, die alleine aus Gewinnmaximierung und Kostensenkung zusammengesetzt wurden. Unsere Verantwortung für die Schöpfung? Wie haben wir sie wahrgenommen?
Ist es ein Wunder, dass wir heute hilflos zusehen müssen, wie unsere Systeme zusammenbrechen? Ist es ein Wunder, dass nicht nur eine weltweite Kapital- Banken und Wirtschaftskrise herrscht? Dass ebenso die Natur sich aufbäumt und wir einer Klimakatastrophe entgegenschlittern, die jetzt bereits auf allen Teilen der Erde verheerende Ausmaße zeigt? Dass auch unsere gesellschaftlichen Stütz- und Sozialsysteme kaputt sind, leer, ausgeraubt, für die Zukunft unbrauchbar? Dass unser mitmenschliches Zusammenleben aufs Höchste gefährdet ist?

Unser Gott, den wir Menschen uns selbst schufen, der sich durch Materialismus und Machtbewusstsein Auszeichnende, unser Goldenes Kalb, funktioniert in Wirklichkeit doch überhaupt nicht, weil dieses durch Menscheneitelkeit erdachte System an allen Ecken und Enden krankt und leidet- es kollabiert!!!

Ist das eigentlich so schwer zu erkennen?
Ich meine, die Zeichen liegen doch klar wie nie zuvor auf der Hand. Meine Damen und Herren, wenn wir von einem vereinten und funktionierenden Europa sprechen wollen, wenn wir tatsächlich über die Zukunft diskutieren - und planen möchten, dann gehören dazu ganz andere Inhalte als politische alleine. Wir müssen über Werte sprechen, die uns Menschen zusammenhalten, und ohne die wir nur eine kurze Zeitspanne auf diesem Planeten überstehen können.

Europa stirbt aus

Europa, liebe Gäste, stirbt aus! Bis auf wenigste Ausnahmen ist in allen europäischen Ländern die Geburtenrate auf ein Minimum gesunken. 2,1 Kinder brauchen wir pro Paar, um als Gesellschaft überleben zu können. Deutschland liegt mit ein bisschen über 1,3 Prozent in einem verheerenden Tief, seit dem letzten Jahr schrammen wir am untersten Rand seit dem Zweiten Weltkrieg vorbei, seit über vierzig Jahren liegen wir in Deutschland bei einer Geburtenrate von unter 1,4 Kindern. Die skandinavischen Staaten, Spanien, Belgien, Holland, Dänemark, Österreich, Schweiz,- alle zwischen 1,3 und 1,6 Kindern pro Paar.

Italien, das Land der Mammas und Bambini, ist mit 1,1 Kindern ins Bodenlose abgestürzt. Das ist Europa heute. Wenn wir dem nicht ganz schnell etwas entgegensetzen, dann können wir heute zwar noch tapfer versuchen, Europa zu gestalten und zu bauen, aber für wen? Morgen ist keiner mehr da… weg--- ausgestorben! Pessimismus? Schwarzmalerei? Mitnichten, meine Damen und Herren, ich spreche über Fakten,- es ist Tatsache, dass wir aussterben. Kinder, die nicht geboren wurden, können keine Kinder bekommen!

Wer mir heute den Vorwurf macht, ich wolle zurück in die Steinzeit, dem antworte ich: Nein! Auf keinen Fall. Denn nicht in der Vergangenheit menschlichen Handelns liegt der Schlüssel, sondern in dem Erkennen der Schöpfungsgesetze, die seit Urzeiten zuverlässig und immer gleich funktionieren. Jesus Christus selbst beruft sich oft genau auf alles das, „was geschrieben steht“, also auf das Alte. Wir Menschen allerdings haben längst den Weg verlassen, der uns immer schon gezeigt wurde und der uns durch Jesus noch einmal die Wahrheit brachte.

Fortschritt und gesellschaftliche Veränderungen

Meine Damen und Herren, wir leben heute in einer fortschrittlichen Zeit- mit vielen, schnellen Veränderungen – doch was bedeutet das eigentlich? Gesellschaftliche Veränderungen? Es heißt nichts anderes, als dass auch die Menschen, sich verändern, wir alle- verändern uns! Und wir fragen oft nicht mehr, ob wir auch alles tun dürfen, was wir tun könnten. „Entwicklung“ nennen das die Einen. „Fortschritt“ - die Anderen. Oder, wie der deutsche Bundespräsident Köhler es in seiner Berliner Rede Ende März ausdrückte: „Wir leben in dieser modernen Globalwelt- doch die großen Räder sind jetzt gebrochen, und wir erleben eine Krise, deren Auswirkungen das 21. Jahrhundert prägen kann.

Wir leben in der modernen Zeit, welche als Konsequenz moderne Zahlen und Fakten aufweist. Doch nicht umsonst verändert sich der Inhalt des Begriffs „modern“, wenn wir ihn auf der ersten Silbe betonen: Modern! Denn unsere Gesellschaft beginnt, mit diesen einschneidenden Veränderungen vor sich hinzumodern, menschliche Strukturen sind im Verfall begriffen. Zu pessimistisch ausgedrückt?

Ein kleiner Auszug von Fakten, die uns in den Nachrichten täglich begegnen, in einem Land, welches in der vergangenen Woche stolz 60 Jahre Grundgesetz feierte:

- Während im Jahr 1990 in Deutschland über eine halbe Million Ehen geschlossen wurden, genauer 516.388, waren es im Jahr 2005 noch 388.451 Ehen.

- Während die Scheidungsrate im Jahr 1990 nicht ganz ein Viertel, also 23,8 Prozent betrug, waren 2005 über die Hälfte aller Ehepaare, genauer, 51,9 Prozent betroffen, meistens übrigens durch das Unzufriedenwerden der Ehefrauen mit ihren Männern.
- Das dauerhafte Stechen der Trennungsschmerzen in den Kinderseelen, wenn Mutter und Vater auseinander gehen und die daraus entstehenden Folgen für das eigene Partnerschafts- Verhalten später nimmt mittlerweile verheerende Ausmaße an. Es zieht Bindungslosigkeit Generationen übergreifend nach sich.
- Das Zusammenwürfeln von Kindern aus Scheidungsfamilien in sog. Patchworkfamilien, in denen nur selten der neu erhoffte Frieden einkehrt, steigt an.
- Die von der Erziehung völlig überforderten Alleinerziehenden nehmen stetig zu.
- Die unendlichen Zerwürfnisse zwischen Jugendlichen mit ihren Eltern oder auch der heute 40 –60 jährigen mit ihren nun alten und hilfsbedürftig werdenden Eltern – oft mit totaler Abkehr voneinander unter gegenseitigen Schuldzuweisungen.
- Die dauerhaft sinkende Geburtenrate (derzeit 1,35), die Ende letzten Jahres den tiefsten Stand der Nachkriegsgeschichte erreicht hat, und uns unfähig macht, uns selbst zu erhalten, wird uns schon in absehbarer Zeit zum Aussterben zwingen.
- Ferner fast vierzig Prozent der Männer bis vierzig Jahre, die nicht heiraten, keine Kinder haben und keine Verantwortung mehr übernehmen wollen.
- Die zahlreichen Frauen, die sich desgleichen häufig gegen Kinder und für die Erwerbstätigkeit entscheiden (etwa 40%).

- Die nur noch achtzehn Prozent Kinder, die in Hamburger Haushalten leben
- Die immer weniger erfolgreichen Jungen und Männer, die unser Land zu verzeichnen hat, sie befinden sich in einer auffälligen und deutlichen Leistungskrise.
- Die fünfzehn Prozent weniger männlichen Abiturienten, als wir weibliche haben, sorgen für eine dramatische Verschiebung der weiblichen und männlichen Leistungsträger von morgen.
- Die achtzig Prozent der jungen Menschen ohne Schulabschluss, die männlichen Geschlechtes sind, Tendenz steigend.
- Die epidemisch ansteigenden Depressionsraten.
- Die epidemisch ansteigende, psychologisch bedingte Fettleibigkeit und Magersucht bei Kindern und Jugendlichen.
- Die ständig anwachsenden Gewalt- und Krawallexzesse der Jugendlichen, welche häufig die Wehrhaftigkeit der örtlichen Behörden übersteigen.
- Die stark ansteigenden Alkoholexzesse bei Kindern und Jugendlichen bis hin zum Komasaufen,- keine Großstadterscheinung alleine mehr, sondern bitterer Zeitgeist allerorten.
- Happy Slapping,- Das filmen mit dem Handy, während ein Jugendlicher von mehreren anderen zusammengeschlagen und gedemütigt wird.

- Die übersteigerte Sexualisierung der Gesellschaft, insbesondere schon der kleinsten Kinder in Kindergärten und Grundschulen, usw.

- BzgA- Gang- Bang
- Das altbewährte Netz der gut organisierten Familien existiert kaum noch, Oma und Opa leben meist hunderte Kilometer entfernt und sind häufig ihrerseits darauf bedacht, ihr eigenes Leben nach jahrelanger, harter Arbeit individuell zu gestalten.
- Frauen überholen die Männer, Mädchen hängen die Jungs ab, weiblich und männlich stehen sich irritiert bis kämpferisch gegenüber.

Dies alles sind Zeichen unserer modernen Zeit! Diese moderne Zeit schreibt uns vor, dass wir nun zu den fortschrittlichen Menschen gehören, die sich durch politisch verordnete Gleichstellungspolitik und Gender mainstreaming undiskutiert von ihrem schöpfungsgemäßen Auftrag zu entfernen haben.

Schöpfung- dieser selten benutzte Begriff ist altmodisch geworden, muss dem sich ins Unermessliche steigernden Konsumrausch weichen, die Ehrfurcht vor dem Leben verblasst - angesichts eines sich ewig drehenden Hamsterrades, in welchem wir inzwischen treten und treten, um den Globalisierungsansprüchen von Gewinnmaximierung und Kostensenkung nachzukommen! Eine unendliche Spirale, die nun bereits erste, tiefe Risse zeigt.

Feminismus und öffentliche Meinung

Wie konnte es dazu kommen, bei uns, und auch in anderen europäischen Ländern?
Lassen Sie uns kurz in die Nachkriegszeit, vor allem in 68- siebziger Jahre blicken: Zunächst waren es einige Intellektuelle, Zeitgeistler und Feministinnen, die aus dem sozialistischen Gleichheitsgedanken vom Einkommen und dem Ende der Klassengesellschaft zum nur noch einzigen Gedanken von der Gleichheit für Frauen gelangten. Wohlgemerkt, es waren nur einige wenige, aber sie waren die Meinungsmacher! Sie schrieben in Zeitungen, Magazinen, Büchern- und sie gründeten EMMA.

Sie beeinflussten die öffentliche Meinung nachhaltig- bis heute.
Es waren natürlich nicht die Mütter dieser Welt, die fünf Kinder haben und in die Kirche gehen, sondern Intellektuelle mit gutbezahlten Jobs. Sie hatten alle Freiheit- und sie hatten Macht. Sie stellten klar: So muss man es machen! Jeder las es. Niemand sagte, Kinder zu haben sei ein bereicherndes Erlebnis, dass uns Menschen wachsen lässt, niemand sagte, dass wir uns durch Kinder geistig entwickeln dürfen und dass wir durch unseren Beitrag, gute Kinder in die Welt zu entlassen, nicht nur etwas für uns und die Kinder getan zu haben, sondern für die ganze Gesellschaft! Niemand, niemand sagte das! Kein Wort davon!

Das war die Zeit, die unsere Gesellschaft nachhaltig zu verändern begann. Weltweit.
Profitieren konnten und können bis heute alle diejenigen, die ein gutes Einkommen erzielen. Die Frau am Fließband, oder die Mutter in Teilzeit gehört sicher nicht dazu. Gleichzeitig erschuf der Feminismus die Idee der befreiten und emanzipierten Frau, die wirtschaftlich nicht von einem Mann abhängt.

Unabhängigkeit- hieß die Zaubervokabel, doch für die meisten Frauen und Männer, - die für ein Gehalt arbeiten, wird die finanzielle Unabhängigkeit begleitet vom Gehorsam gegenüber der Macht des Vorgesetzten, - mit allem, was in der heutigen, globalisierten Arbeitswelt dazu gehört, ebenso von der Unterwerfung unter Terminzwang, - von der Unterwürfigkeit gegenüber Kunden und Chefs, von der ständig wachsenden Unsicherheit des modernen Arbeitsplatzes. Ausnahmen sind- wie erwähnt, die Leute an der Spitze der Wirtschaftspyramide, in der Politik, Kultur, in den Medien, im Management, eben DIE Berufseliten, die von sich alleine sprechen, wenn sie „Ermächtigung durch die Arbeit“ propagieren. Die können das auch, denn SIE erleben in der Tat ein hohes Maß an Unabhängigkeit.

Nicht so: ALLE ANDEREN! Die auf den unteren Rängen! Das also, was die Ziele des Feminismus, der 68- er Elite, der Frankfurter Schule, - war der erste, bedeutende Schritt in Richtung Ebnung der erwerbstätigen Frau.

Der zweite, wichtige und triftige Grund: Es fehlt an Geld! Früher schon, doch heute erst recht! Wenn man sich die Bestandsaufnahme von eben näher ansieht, entstehen Fragen: Was bedeutet dieser Fortschritt eigentlich für uns- für jeden Einzelnen? Heißt Fortschritt in diesem Zusammenhang nicht eher, dass wir fortschreiten- von jenem System, welches uns Menschen über tausende Jahre lang das Überleben sicherte? Durch die Einrichtung der Ehe, durch Familien mit Kindern, durch die ethischen und moralischen Grundwerte wie Treue und Verantwortung, durch unseren Glauben, unsere Kultur und Tradition?

Leider sind die politischen Bestrebungen zurzeit alles andere als Hoffnung gebend. Im Gegenteil, es wird derzeit nichts getan, um die verheerenden Entwicklungen etwa zu stoppen. Das Gegenteil ist der Fall. Deutschland segelt im europäischen Windschatten beim vorgeschriebenen Ausbau der Kinderkrippen- auf ein Angebot für mindestens 33 Prozent aller Kleinkinder und Babys im Lande.
Und im Koalitionsvertrag unserer derzeitigen Bundesregierung von CDU, CSU und SPD steht der folgenschwere Satz, der als Richtschnur für die politischen Ziele gilt und der das derzeitige Handeln auf allen politischen Ebenen deutlich erklärt: „Kinder dürfen künftig kein Hemmnis mehr sein für Beruf und Karriere.

Deutschland und die Kinder

Dies ist der Grund, warum alle Gesetzesänderungen, Neuvorlagen und Entscheidungen in Deutschland heute gegen die Familie, gegen Kinder und gegen die Ehe als natürlicher Partnerschaftsform entschieden werden, doch FÜR die Erwerbstätigkeit der Frau, die den volkswirtschaftlichen Nutzen zu stärken hat, und die jetzt den Facharbeitermangel und die Weltkrise auffangen soll. Und FÜR die Fremdbetreuung in Kinderkrippen, die nicht danach fragt, wie es den Kleinen dabei seelisch geht und welche enormen Risiken auf sie zukommen durch Fremdbetreuung.

In Matthäus 18, Vers 6, finden wir die Worte Jesu Christi, die eindeutiger nicht ausfallen könnten- er spricht über die Kinder und ihr Wohlergehen: „Wer aber Ärgernis gibt einem dieser Kleinen, die an mich glauben, dem wäre besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist.“

Und es ist, als ob der Gottessohn auch die heutige Zeit im Blick hatte, als er anfügte: „Weh der Welt der Ärgernis halben. Es muss ja Ärgernis kommen; doch weh dem Menschen, durch welchen Ärgernis kommt.

Ich möchte noch einmal den Satz aus dem Koalitionsvertrag unserer derzeitigen Bundesregierung dagegen halten: „Kinder dürfen künftig kein Hemmnis mehr sein für Beruf und Karriere“.

Deswegen, meine Damen und Herren, müssen die Frauen ran, und zwar ALLE! Sie sollen arbeiten gehen und ihre eigenen Beiträge bezahlen, ebenso ihre Steuern. Um den kranken Staat zu stützen. Um dem billionenschwer verschuldeten Staat nicht zur Last zu fallen, indem sie zu Hause bleiben und sich „nur“ um ihre Kinder und den Haushalt kümmern! Und auch der Gesellschaft dürfen sie natürlich nicht zur Last fallen. Sie dürfen keine Schmarotzer sein in dieser bienenfleißigen, erfolgsorientierten Welt, oder, wie die Bundesfamilienministerin es im siebten Familienbericht 2006 formulierte, hedonistisch in den Tag hinein leben. Rente gibt’s selbstverständlich auch keine, für diese Hausmuttchentätigkeit. Außerdem sind sie natürlich billige Arbeitskräfte: Immer noch 23 Prozent weniger Geld verdienen sie als ihre männlichen Mitbewerber.

Und die Kinder?
Deutschlands- und Europas Zukunft?
Nun, kaum jemand erkundigt sich nach ihrem Wohlergehen. Ihre natürlichen Bedürfnisse nach Nähe, Liebe und Geborgenheit der dazu von der Natur ausgesuchten Person, der Mutter alleine, werden bei den staatspolitisch ausgerichteten Dringlichkeiten in keinerlei Weise berücksichtigt.

Die zum Teil verheerenden Folgen einer Trennung von der Mutter und ihrem Kleinkind sind durch internationale Studien und Untersuchungen wissenschaftlich längst eindeutig erkannt und belegt und ich brauche aufgrund der Anwesenheit echter Fachleute nicht weiter darauf einzugehen. Nur soviel: Die Entwicklung für das gesamte weitere Leben nimmt einen anderen, schwierigeren Verlauf, das Risiko für persönliche Probleme steigt. Darüber müssen wir auch nicht mehr diskutieren, wir wissen es!

Wer also heute darüber spricht, dass wir belastungsfähige, junge Menschen für das künftige Berufsleben brauchen, der muss wissen, dass wir die dafür nötigen Menschen nicht in Kinderkrippen heranziehen! Sondern einzig und allein in natürlichen, stabilen Familien, in denen Liebe, Zuwendung, auch Disziplin und Zuverlässigkeit, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsgefühl erlernt und für das ganze Leben vermittelt werden.

Vielleicht sollten wir uns dazu das Zitat von dem einstigen, sozialistisch- kommunistischen Kommissar für Erziehung in der damaligen Sowjetunion, Anatoli Lunacharski (1875-1933), ansehen, welches er vor fast hundert Jahren zum Ausdruck brachte.

Er sagte wörtlich: "Unsere jetzige Aufgabe ist die Zerstörung der Familie und die Ablösung der Frau von der Erziehung ihrer Kinder. Wenn wir in unseren Gemeinschaftshäusern gut vorbereitete Abteilungen für Kinder organisiert haben, ergibt es sich zweifellos, dass die Eltern ihre Kinder von allein dorthin senden werden, wo sie durch medizinisch und pädagogisch qualifiziertes Personal überwacht sind. Dadurch werden zweifellos Ausdrücke wie meine Eltern oder unsere Kinder immer weniger gebraucht werden und durch Begriffe wie die Alten, die Kinder, die Säuglinge ersetzt werden.

Es ist hoffentlich nur ein Zufall, dass in unserer Verfassung vertraute Begriffe wie „der Mensch“ inzwischen durch „die Person“ ausgetauscht worden ist.

Übrigens nahm Michael Gorbatschow in seinem Buch Perestroika zu diesen sowjetischen Familienmaßnahmen, die den Staat jahrzehntelang veränderten, klar und deutlich Stellung. Wörtlich schrieb Gorbatschow: „Wir haben erkannt, dass viele unserer Probleme im Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher- in unserer Moral, der Kultur und der Produktion- zum großen Teil durch die Lockerung familiärer Bindungen und die Vernachlässigung der familiären Verantwortung verursacht werden. Dies ist ein paradoxes Ergebnis unseres ernsthaften und politisch gerechtfertigten Wunsches, die Frau dem Mann in allen Bereichen gleichzustellen. Mit der Perestroika haben wir angefangen, auch diesen FEHLER zu überwinden. Aus diesem Grund führen wir jetzt in der Presse, in öffentlichen Organisationen, bei der Arbeit und zu Hause hitzige Debatten über die Frage, was zu tun ist, um den Frauen zu ermöglichen, zu ihrer eigentlichen weiblichen Lebensaufgabe zurückzukehren.

Kinder und Politiker

Soweit die ehrlichen Worte eines anerkannten Politikers, der weltweit bekannt geworden ist für seinen Mut, umzudenken!

Übrigens - nicht nur in der ehemaligen sozialistischen Sowjetunion kam man nach jahrzehntelanger Krippenkultur zu diesem Ergebnis, ähnliche Tendenzen beim aufrichtigen Bilanzieren der Frauenemanzipation zeichnen sich in Schweden ab.

Schweden ist das Herzeigeland, welches wir immer als leuchtendes Beispiel für gelungene Familienpolitik heranziehen. Doch nach mehreren seriösen Meinungsumfragen vor zwei, drei Jahren waren plötzlich über 80% der Bevölkerung dafür, dass nun häusliche Erziehung durch die Mutter finanziell gefördert werden müsse. Bisher gab es nur Geld vom Staat, wenn beide Eltern berufstätig waren. Und so werden seit Anfang letzten Jahres in Schweden 300 Euro für die ersten drei Jahre für jedes Kind monatlich bezahlt, damit die Mütter leichter daheim bleiben können.

Und: Brandaktuelle Studien der Cambridge University vom September letzten Jahres. Sie weisen auf eine wachsende Anzahl von Leuten in England hin, die tief besorgt sind über die Auswirkungen der arbeitenden Mütter auf das Familienleben. Hier werden massive Änderungen gefordert. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Kinderkriminalität dort die weltweit höchsten Raten aufweist: Alleine in der Stadt Glasgow wurden im letzten Jahr 41 Menschen ermordet- durch Kinder.

Übrigens fallen die Ergebnisse in den USA, wo ja auch bereits seit Jahrzehnten die Gleichstellung der Frau gefördert wurde, bei dieser Cambridge- Studie noch drastischer aus als in England.

Kanada ist übrigens längst zurückgerudert, hier gibt es seit einigen Jahren erhebliche Bemühungen, Frauen das Zuhausebleiben zu erleichtern.

Oder nehmen wir die ehemalige Tschechoslowakei: In den 50er Jahren wurde die Krippenerziehung flächendeckend eingeführt, aus ideologischen Gründen, und natürlich: Nach gutem, kommunistischem Muster: Um die Frauen auch hier so schnell wie möglich in das Arbeitsleben zurückzuführen. Dem Kinderpsychiater und Forscher Zdenek Matejcek und seinem Team allein ist es zu verdanken, dass im heutigen Tschechien so gut wie keine Krippenplätze mehr vorhanden sind, und dass die „übertriebene Kollektivierung der Kleinsten“, wie er es nannte, als überlebensgefährlich für eine Gesellschaft verbannt wurde. Allerdings- auch das müssen wir wissen, sollen die Tschechen nun wieder Krippen- nach europäischem Muster- bauen, Geldzuwendungen an Daheim bleibende Mütter, ebenso ihre Zeit für die Kleinen, sollen – auf Druck der Europäischen Union- drastisch gekürzt werden.

Man kann also deutlich beobachten, dass diejenigen Länder, die die Gleichstellung der Frau mit aller Kraft vorantrieben, angesichts der zum Teil dramatischen gesellschaftlichen Folgen auf dem Rückzug sind- bzw. haben sie selbst aufgrund von Problemen wie Kriminalität, Drogen, Alkohol, erkannt, dass der einzig mögliche Weg, um eine gesunde und stabile Gesellschaft zu formen, jener des Familienzusammenhaltes, der Kultur, der Tradition und der Liebe ist.

Der Untergang des Abendlandes: "es ist zwölf nach fünf!"

Meine Damen und Herren, es ist nicht fünf vor zwölf- und auch nicht fünf nach zwölf,-- es ist zwölf nach fünf! Gerade noch Zeit genug, um uns zu fragen: Wer sind wir? Wohin wollen wir? Was ist der Sinn unseres Seins?

Wir bewegen uns, meine Damen und Herren, mit Riesenschritten mitten hinein in eine hochgefährliche Dekadenz. Wir werden zu einer Gesellschaft, die sich selbst verhindert! Die sich nicht mehr fortsetzt! Kein „Nachhaltigkeitsprinzip“, wie wir es immerhin auf alle aussterbenden Tierarten anwenden! Das Waldsterben ist für uns wichtiger geworden als wir selbst: Wir haben Kerzen aufgestellt für sterbende Bäume, haben uns an Brücken gekettet, weil Affenarten und Schneeeulen weniger werden. Doch unser eigenes Sterben, uns selbst, ignorieren wir!

Der Untergang des Abendlandes- eine Vision? Nein! Wir befinden uns inmitten genau derselben Entwicklung wie einst das alte Rom, das antike Griechenland, das alte Ägypten… Alles einst hoch entwickelte Kulturen, die ebenso wie wir genügend Intelligenz und Weitblick besaßen, rechtzeitig erkennen zu können, wie gefährlich das Leben nach dem Lustprinzip und das Streben nach Materialismus alleine ist. Es gibt sie schon lange nicht mehr, und alle sahen sich selbst beim Untergehen zu. Es kommt auch auf uns zu,- wir sind bereits mittendrin…

Wer oder was kann uns helfen?

Wer glaubt, dass von der Regierung- den Parteien, oder von der EU, Lösungen kommen, der irrt sich, meine Damen und Herren! Eine Ministerin, die zuständig ist für Familie, Jugend, Frauen und Senioren, kann und will nicht allen gerecht werden! Wer für Gender ist, muss gegen Kinder sein. Wer Frauenerwerbstätigkeit als oberstes Ziel setzt, muss die Familien vernachlässigen! Wir brauchen ein richtiges Familienministerium- in Deutschland- und in Europa! Welches sich auch nur um Familienbelange kümmert!

Wir brauchen eine humane, eine menschliche Gesellschaft!
Wir brauchen doppelt so viele Kinder, wie wir eigentlich bekommen!
Wir leben in einer Gesellschaft, die nicht alleine finanziell alleine verarmt, sondern vor allem menschlich!
Wer soll später die vielen Alten betreuen und pflegen, wenn kaum noch Nachwuchs da ist?
Wir werden über völlig neue Sterbehilfekonzepte nachdenken müssen.

Das Prinzip Humanität, meine Damen und Herren, wird genährt durch Kinder, was sonst? Das ist Hoffnung des Lebens, das ist unsere Zukunft!

Schauen Sie sich unsere Zukunftsprognosen an: Wirtschaftlich waren wir bis vor kurzem auf Wachstum eingestellt, hatten positive Aussichten. Jetzt haben wir die Umkehrung dessen, vor allem aber gesellschaftlich, menschlich: Wir sind eine Gesellschaft der Schrumpfung geworden, wir sind Schrumpfgermanen!

Schöpfungsprinzip Nummer eins: Wachstum! Eine Pflanze möchte wachsen.- Ein Baum möchte wachsen, ein Kind möchte wachsen. Und wir?

Wir hören uns von den Politikern jetzt auf einmal an, dass wir die Chancen der Schrumpfung wahrnehmen müssen! Ja, sind wir denn von allen guten Geistern verlassen?

Wir brauchen Perspektiven und Visionen, die Zukunft haben, nicht Schrumpfung!
Wir leiden nicht mehr alleine unter finanziellem Notstand, sondern unter einem mentalen Notstand.
Wir werden zur Altenrepublik!
Wir dürfen den Notstand nicht verwalten, wir müssen innovativ in die Zukunft schreiten!
Wir brauchen Humankapital!
Wir brauchen Kinder!

In zwei, drei Generationen haben wir für solche Fragen keinen Handlungsspielraum mehr! Wir müssen den Hebel umlegen, müssen eine Gesellschaft des Lebens und nicht des Sterbens werden.

Familien sind die Mehrheit: wir wollen leben.

Nur noch eins: Eigeninitiative! Die Loslösung von den großen Parteien, die uns immer noch weismachen wollen, alles bewältigen zu können! Das, was wir am allerdringendsten brauchen, ist eine politische Kraft, die sich ausschließlich der Frage widmet: Wie stärken wir die Familie?

Melden Sie sich zu Wort! Warum tun Sie es nicht? Die Schweigespirale funktioniert nur deswegen, weil diejenigen, die schweigen, glauben, in der Minderheit zu sein. Dies ist aber nachweislich falsch! Sie sind in der Mehrheit. Familien sind in der Mehrheit.

Geht raus aus Eurer Minderheit! Meldet Euch! Versteht Euch als Multiplikatoren!
Uns wird vorgeschrieben, wir hätten in einer singulären Welt zu leben! Todgeweihte, die egoistisch nur an ihr eigenes Fortkommen denken.
Wir wollen das nicht!
Unsere Kinder wollen das nicht!
Wir wollen keine Gesellschaft der versiegenden Lebenssäfte sein.
Wir wollen leben!

Ich gehöre keiner Partei an, keiner Kirche, keiner Bewegung oder gar einer Sekte. Ich bin bei keinem öffentlich- rechtlichen System oder irgendeinem anderen mehr angestellt, welcher mir meine freie Meinung untersagen könnte. Ich stehe hier alleine in meiner Verantwortung vor Gott! Vor dem Gott, der mir die Gnade des Glaubens, nein, besser, die feste Überzeugung geschenkt hat. Durch diese feste Überzeugung, dass unser Schöpfer stets und immer anwesend ist, bekam ich Mut! Mut genug, mich in der Öffentlichkeit über seine Gesetze zu äußern, ohne die wir Menschen nicht überleben werden.

Die Angriffe, die vielfältig waren und zum Teil kaum zu überstehen,- ich durfte sie gut überstehen! Im Gegenteil, sie stärkten mich. Denn unser Schöpfer hat mich nie verlassen, er schenkt mir vielmehr jeden Tag neuen Mut, um an ihn zu erinnern, zu mahnen, zu warnen.

Wer sich Gott widersetzt, wird sich für die Konsequenzen zu verantworten haben. Wer versucht, mit Gender oder Gleichstellung einen zweiten Turmbau zu Babel zu errichten, wer wirklich der irrigen Annahme ist, gottähnlich zu sein und zu handeln, und wer glaubt, sich über des Schöpfers Gesetze einfach hinwegsetzen zu können, der irrt. Ein gefährlicher Irrtum, den wir alle mit dem Leben bezahlen!

Drum rette sich, wer kann. Klare Worte, eine eindeutige Haltung, ein gerades Rückgrat, Zivilcourage!
Dazu brauchen wir Liebe. Liebe,- zu uns selbst, und zu unserem Nächsten.
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten. (Matth. 22, 37- 40)

Wie heißt es in der Apostelgeschichte?
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Zugegeben, ein manchmal ein schwieriger Weg, vor allem in diesem politisch- medialen Wirrwarr heutzutage.

Doch dies ist der Weg selbstloser Liebe, wie ihn Christus uns gelehrt und vorgelebt hat. Das ist der einzige Weg, der uns und unsere Kinder heute noch retten kann!


TRIBUNAL IN HAMBURG | EIN JAHR DANACH | VORHANG AUF!
Quelle und © Eva Herman, 2009
Der Originalzext ist weder geändert, noch gekürzt. Für den Überschrift und die Rubriken ist Jurij Below verantwortlich.