Ein Brief aus dem Gulag

Es handelt sich um einen Brief der russischen Dichter und Burgerrechtler Nisametdin Achmetow und Wladimir Michailenko. Die ,,neue Bildpost" berichtete darüber im Januar 1980. Beiden Häftlingen ist gelungen in Holztransport nach Deutschland direkt aus einem KZ im Ural ein Brief in Plastiktüte mit Appell: keine Waren aus der UdSSR weiter zu bestellen, denn sie wurden von politischen Häftlingen unter unmenschlichen Bedingungen im GULAG hergestellt.
Der Dichter Nisametdin Achmetow (aus Ufa, Baschkirien) und junge Rechtsanwalt Wolodimir Michajlenko aus (Tarnopol in der Ukraine) appellierten in diesem Brief an die Deutschen Händler kein Bauholz und Holzprodukte aus Ural und Sibirien und auch kein „Lada“ (Schiguli-Auto) aus der UdSSR zu importieren, denn an diesen Produkten nicht nur Schweiß, sondern Blut von Tausenden politischen Häftlingen dran klebt.

Gerd Knesel (1961-1992) hat dieses Lied für mich komponiert, den Text schrieb Hubertus Scheurer - 1981.

                Ein Brief aus dem Gulag kam bei uns an
                Und wurde durch Zufall entdeckt,
                Ein Brief der Verdammten an jedermann,
                Der lag zwischen Bauholz versteckt.

                Wir dachten an Freiheit, so schrieben sie,
                Zu laut haben wir dran gedacht,
                An Recht, an Freiheit und Demokratie,
                Man hat uns ins Lager gebracht.

                Wir werden geknechtet, steht in dem Brief,
                Man glaubt, daß man uns so zerricht,
                Dem Tod sind wir nahe, wir fielen tief,
                Doch den Mut, den nimmt man uns nicht.

                So kämpfen wir weiter, im Geiste frei,
                Die Ketten sind schwer, viel zu schwer,
                Wir hoffen, daß es nicht vergeblich sei,
                Doch für uns hoffen wir nicht mehr.

                Wir bitten Euch sehr, lasst uns nicht allein,
                Steht uns moralisch zur Seite,
                Ihr lebt in Freiheit, setzt Euch für sie ein,
                Vergesst nicht Sibiriens Weite!


Jurij Below, Frankfurt - 2013         -         Zurück zur meine Webseite