Ivertierte Logik
Stalin, Lenin und Kalinin. Moskau 1921 Foto: Nappelbaum aus "Geschichte der WKP/b/ 1946, Gospolitizdat, Moskau.
Nach Gesetz No.2 von Boris Jelzin (1991) sieht das Schema der neuen Umbenennung/Reumbenenneung so aus - Name in schwarz: historisch, in blau: Russifizierung, in rot – Bolschewisierung, in blau: nach Nationalisierung (1914), in braun: Revolution (1917) und in gruen: Wiederherstellung.

St. Petersburg - Petrograd - Leningrad - St. Petersburg
Perm - Molotow - Perm
Twer - Kalinin - Twer
Donetzk - Stalino - Donetzk
Jekaterinenburg - Swerdlowsk - Jekaterinenburg
Zarizyn - Wolgograd - Stalingrad - Wolgograd
Wjatka - Kirow - Wjatka
Podlipki (eine Stadt bei Moskau) - Kaliningrad - Koroljow (?)
Königsberg - Kaliningrad - (?)


Trotz der Wiederherstellung der historischen Namen von manchen Orten, Putins Administration jedoch die Regionen (russisch "Oblast") der o. e. Hauptstädte - wie z. B. St. Petersburg, Perm, Twer usw. nach wie vor heißen: Leningradskaja, Molotowskaja, Kaliniskaja, Swerdlowskaja Oblast.


Die Ausnahme: "Stalingrad" und "Stalino" - ein Grund dafür, das Nikita Chruschtschow den Stalin als "Massenmörder" bezeichnete und sogar die Mumie von Stalin aud dem Mausoleum entfernt. Also Lenin, Dzerschinski, Kirow, Urizki, Wolodarsky, Swerdlow, Kalin(in) bzw. Molotow für ihn keinen "Massenmörder" waren, sondern normalen Revolutionären waren, und Roten Terror 1918-1922 mit etwa 10 Millionen Opfer zum kienen Massemord gehöre, weil dabei handele nur von puren Konterrevolutionäre.

Die Tatsache, dass nach Ende "des Kommunismus" 1990 mit Untergang der "Sowjetunion" die Namen Trotzki, Rykow, Pjatakow, Kamenew, Sinowjew, Bucharin Radek und sonstigen "Leninsmitarbeiter" dennoch schon durch Stalin hingerichtet wurden, und sofort alle Ortschaften, Strassen und sogar Fabriken und Kolchosen umbenannt wurden. Leider meist doch nicht ihre ursprunglichen Namen bekamen, sondern "sowjetischen" bzw. "bolschewistischen" Namen, wie etwa Leninsk, Sowjetsk, Krasnyj Okrjabrsk (Rote Oktober) , Komsomolsk (Kommunistische Jugend), Zarja Kommunisma (Morgenrot des Kommunismus), Komissarsk und weiteren jüdisch-bolschewistischen Begriffe umgetauft.

Ein Lachnummer des Bolschewismus war die Bezeichnung von Metró (U-Bahn) in Moskau , die 1935-1954 Namen "Metropoliten Imeni Kaganowitscha" (Kaganowitsch-U-Bahn) trug, durch Chruschtschow ins "Metropoliten Imeni Lenina" (Lenins U-Bahn) umbenannt wurde, weil Lasar Moses Kaganowitsch angeblich zur eine "Anti-Partei-Gruppe" zusammen mit Molotow, Bulganin, Malenkow und Schepilow gehört habe. 1990-2002 der Name Lenin kurz verschwand und nach Verordnung von Putin wieder "Lenins Metró" heißt.

Russische Duma (Parlament) 2002-2007 versuchte doch eine Art "Desowjetisierung" zu treiben. Und vor allem wegen immer nocht besetzen Exklave Königsberg. 2002 wurde ein Vorschlag den "Kaliningrad" doch mindestens "historisch" zu russifizieren mit Namen "Korolewskaja Gora" (zu Deutsch: Königsberg).

Ein weiterer Vorschlag der Duma war, dass die Exklave Ost-Preußen anstatt Kaliningradskaja Oblast (Bezirk "Kaliningrad") als "Wostotschno-Prusskaja Oblast" (Ostpreußisches Gebiet) zu nennen. Nach dreijährigen Diskussionen und sogar einer Mehrheit für die russische Transkription aller Ortschaften in der Exklave hat das Russische Verfassungsgericht dies abgelehnt und erlaubte nur eine "Ausnahme" für Tilsit ("Sowjetsk") zu machen.

Bei dieser Geschichte der Name „Sowjetsk“ wurde zu weitere Lachnummer. Die preußisch Käsesorte Tilsiter wurde seit 1945 als "Sowjetskij Syr I“ ("sowjetische Käse") bezeichnet. Eine makaber-lächerliche Entscheidung des russischen Verfassungsgerichtes: "Die Käsemarke soll "Tilsiter" weiter heißen mit dem Zusatz „von Sowjetsk" (26. März 2006).

In der Enklave blieben auch die Henkernamen aus sowjetischer Zeit meistens bei kleinen Orten und "Kolchosen", die da es noch gibt: wie Dserschnskij, Ammermann, Zarja Kommunisma ("Morgenrote des Kommunismus"), Urizkij, Wolodarskij bzw. Stalino, Smidowistsch, Molotow, Lunatschrskij (zu Ehre von "Kultusministers" von Bolschewiki eigentlich: Mordehai Gubelman), Rosa Luxemburg, Putj k Kommunismu ("Den Weg zum Kommunismus"), Kommunarsk, Leninskaja Iskra ("Leninsche Funke"), Woroschilowka, oder Lenino, Komsomloskoje, Thälmanowo, Kirowo, Schdanowo usw... Offensichtlich hofft Russland unter Putin, dass nach ein paar Jahrzehnten alles perfekt dort boschewisiert wird. Hier ist die Liste der umbenannten bedeutenden Städte in der Exklave:

KÖNIGSBERG (Kaliningrad - Kaлининград - nach Mojsche Kalinin „Präsident der UdSSR“)
Cranz (Selenogradsk - Зеленоградск - "Grünstadt")
Darkehmen (Osjorsk- Озёрск - "Stadt an der See")
Fischhausen (Primorsk - Приморск - "Strandstadt")
Friedland (Prawdinsk - Правдинск - "Stadt der Wahrheit")
Gerdauen (Schelesnodoroschny - Железнодорожный - "Eisenbahnstadt")
Gumbinnen (Gussew - Гусев - nach sowj. General Gussew)
Heiligenbeil (Mamonowo - Мамоново -nach sowj. General Mamonow)
Heinrichswalde (Slawsk - Славск - "Ruhmstadt")
INSTERBURG (Tschernjachowsk - Черняховск - nach sowj. General Tschernjachowskij)
Lasdehnen (Krasnosnamensk - Краснознаменск - "Roten-Fahne-Stadt")
Labiau (Polessk – Полесск: "Stadt im Wald")
Ludwigsort (Laduschkin - Ладушкин: nach sowj. General Laduschkin)
Neuhausen (Gurjewsk - Гурьевск: nach sowj. General Gurjew)
Neukuhren (Pionerski -Пионерский: „Stadt der Pioniere“)
Palmnicken (Jantarny - Янтарный: „Bernsteinstadt“)
Pillau (Baltijsk – Балтийск - "Stadt am Baltikum")
Preußisch Eylau (Bagrationowsk - Багратионовск - nach georgischen Marschall Peter Bagration, Unterhändler bei Frieden von Tilsit Gespräche, 1807)
Ragnit (Neman- Неман - Stadt am "Neman" Fluss Memel)
Rauschen (Swetlogorsk - Светлогорск - "Stadt am helligen Berg")
Stallupönen (Nesterow - Нестеров - nach sowj. General Nesterow)
Tapiau (Gwardeisk - Гвардейск - "Stadt der Rote Garde")
TILSIT (Sowetsk - Советск - "Sowjetstadt")
Zimmerbude (Swetly - Светлый - "Lichtstadt")

Das ist ein übles Beispiel der Vergewaltigung der Geschichte. Selbstverständlich ist für das neue Russland der Verlust der besonders kostbaren Gebiete im Westen, wie Baltikum und die Ukraine von den Nationalisten schwer zu verdauen. Deswegen zeigt Moskau seine Präsenz in der kleinen Enklave, die völkerrechtswidrig annektiert wurde. Selbst in der Türkei oder Pakistan, wo die Islamisten haben viele Ortschafte neue islamischen Namen verpasst, klingeln zahlreiche Orte immer noch armenisch und hindusistisch.

Die westliche politisch korrekten Journalisten und Politiker wie Schröder, J. Fischer eigentlich sei "Mittäter des Bolschewismus", wie die russische "Nesawismmaja Gazeta" (zu Deutsch: "Unabhängige Zeitung") meint, sie nennen sogar Saigon immer wieder "Kho Shi-Ming- Stadt" obwohl die Vietnameser selbst boykottieren das. Diese Zeitung publizierte ein Interview mit Gerhard Schröder in Moskau, wo er auf die Frage der Journalisten: "Warum Sie ihr deutsche Stadt Königsberg mit dem Namen von einer der großten Verbrecher des kommunistischen Diktatur Kalinin nennen, der Todesstrafe ab 12 Jahre für "Volksfeinden" eingeführt haben?" beauntowrtet: "Ich denke, dass Sie blieben in der Vergangenheit, heute haben wir nur in Bayern eine Stadtchen Namens Königsberg". Joschka Fischer wurde ausgepfiffen, als er die Frage von Studenten von Harward über "800 Jahre Kaliningrad" aufzuklären versuchte. (2007, "Washington Times").
Jurij Below © 2009 Kontakt: jurij.below@yahoo.de